Maghreb - Wo die Sonne untergeht

Prolog

Istanbul! Hagia Sophia! Und dann übern Bosporus nach Asien! Als Ex-DDRler mit der AWO ein Traum. Doch dann meldete sich Fichte, ein Freund aus gemeinsamen Fußballtagen und gerade auf Weltreise, und erzählte mir was von Marokko im August. Soso, im August, denke ich. Für jemand, der so gut wie nie was bucht, fällt es mir natürlich leicht, alle Reisepläne über den Haufen zu schmeißen und die Route komplett zu ändern. Wir haben es in über 5 jahren nicht geschafft, mal wieder ein Bier miteinander zu trinken, obwohl wir nur 15km auseinander wohnen. Zeit, die Sache endlich mal in angriff zu nehmen. Was liegt also näher, als es in Marrakesch in die Tat umzusetzen

Asien ein Traum? Was solls, Afrika ist auch ein Traum und Istanbul kann warten.

Nach Studium von Strecke und Klimabedingungen entscheide ich mich für die Fähre von Marseille nach Tanger Med.

Spanien hat grad Hitzerekorde und Wälder brennen lichterloh. Auf dem Landweg nach Gibraltar wäre ich bereits durchgegart, bevor ich Marokko überhaupt erreicht hätte. Die Fähre ist knapp zwei Tage unterwegs und ich rolle ausgeruht von Deck. So zumindest meine Vorstellung.

Die AWO braucht im Vorfeld doch mehr Zuwendung, als erhofft. Die Wochenenden fanden viel in der Werkstatt bei Raik statt. Der Motor bekam einen neuen Kopf, Drehschieber, Wellendichtring Kupplungsseite, Ölfiltersystem, sowie eine neue Pleuelbuchse. Eine mir freundlich gesinnten AWO-Fachkraft – Rene N.- konnte ich noch einen regenerierten Kardan abluchsen.

Und last, but not least, verbaute ich noch eine neue Hinterradnabe samt Speichen und Felge plus neuer Reifen. Dunlop, weils doppelt so lang hält wie Heidenau.

So, und je mehr ich über Marokko recherchiere, um so schlafloser werden die Nächte. Es kommt mir gelegen, daß Ziyad, ein Ex-Kollege in der Nähe meines Zweitwohnsitzes wohnt und gebürtiger Marokkaner ist. Der kann mir bessere Infos über sein Land liefern, als das Aussätzige Amt, welches behauptet, man solle nicht ins Rifgebirge fahren, weil da Gras angebaut wird. Nun, wir nehmen das beide belustigt zur Kenntnis.

Die wichtigste Information ist jedoch, er hat im August Urlaub in seiner Heimat und lädt mich zu sich nach Hause ein, wenn ich Lust habe. Und ob ich Lust habe! Nur noch wenige Tage arbeiten, und dann ab durch die Mitte. Ich bin aufgeregt, wie beim ersten mal …

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