13/8 Afrika
Da liegt es also vor mir. Das ganze Gepäck. Und natürlich Afrika. Ein kleiner Dreh am Gasgriff, ein großer Satz für mich und meine Awo! wobei, für eine Awo ist es nicht das erste mal. Bereits in den 50ern absolvierte die DDR mit IFA- und Simson-Fahrzeugen Testfahrten in Ägypten.
Nach 50m auf marokkanischem Boden muß ich wieder zurück auf die Fähre.
Der Stempelbevollmächtigte an Board hat keinen Stempel in meinen Pass gemacht und ich habe nicht aufgepasst. Von den 4 Kontrollen allein im Hafen hat gleich die erste gesagt „Du kommst hier net nei!“. Jedenfalls nicht ohne Stempel. Nun arbeitet so ein marokkanischer Polizist ja nicht allein. Der erste sagt, zurück aufs Schiff! Der zweite sagt hä? Der dritte zeigt mir den Weg zum Büro gleich am Kai. Und der vierte im Büro faltet mich zusammen und duldet keine Widerrede, und gibt mir dann doch den ersehnten Stempel.
Bei der zweiten Kontrolle, oder war es die dritte, dann Zollkontrolle mit Schnüffelhund wegen Drogen. Hier wollte der erste Spürhund, also ein richtiger Hund, nicht der Zollbeamte, nicht an die AWO ran – was mich traurig machte. Der Hund mußte gewechselt werden, fand aber nicht meine Drogen. Als ich nach über einer Stunde endlich das Hafengelände verlassen konnte, waren die ersten 21km auf marokkanischen Boden schnell abgespult.
Ziyad, mein Ex-Kollege aus Mellingen öffnete mir das Tor, als er die AWO blubbern hörte. Es gibt kaum was besseres, als von einem Einheimischen im Empfang genommen zu werden, den man schon lange kennt. Erste Amtshandlung war zum Mittagstisch Platz zu nehmen. Mit Bier! Anschließend wurde gelabert und wir sind ein paar Schritte gegangen, wo Ziyad mir die Gärten für die Selbstversorgung und das Ladengeschäft von seinem Onkel zeigte. Am Abend haben wir zu fünft dann wieder köstlich von der eigenen Ernte gegessen und Ziyad fungierte als Dolmetscher. Irgendwann nach 1 in der Nacht sind wir dann satt und müde im Bett verschwunden.