Maghreb - Wo die Sonne untergeht

16/8 Rabat

Da ich beim Cafe neben der Herberge auch nach 20 Minuten noch nicht bedient werde, sattle ich die AWO und halte auf den Straßen Ausschau nach einer alternativen Frühstücksmöglichkeit. Ich werde fündig. Und obwohl ich die Karte wünsche passiert erst mal wieder 10 Minuten nichts. Und das, obwohl kaum Gäste da sind.
Als ich drauf und dran war, wieder zu gehen, biegt der Chef mit einem Frühstück um die Ecke. Ui, geliefert, wie nicht bestellt, aber gewollt. Und bevor sich das als Irrtum herausstellt, halte ich schnell meine Finger rein und beiße überall ab, damit es mir nicht wieder entrissen wird.

Ich mache mich auf den Weg nach Larache, der einzigen Zwischenstation Richtung Rabat. Mein Ziel, die Festung Bordj Essiadien Kribate, entpuppt sich leider als Bauruine. Trotzdem gönne ich mir mit Blick aufs Meer einen Kaffee und mach noch ein paar Schnappschüße in den Straßen. Danach gehts widerwillig auf die Autobahn bis Rabat, um schnell durch die Hitze ans Ziel zu kommen. Das gewählte Riad innerhalb der Medina erfüllt die Erwartungen eines Touristen, der marokkanisches Flair und Architektur auch mal in einer Unterkunft erleben will.

Dabei stellt es sich als unheimlicher Vorteil heraus, mit der AWO unterwegs zu sein, da ich so direkt vor der Herberge innerhalb der Medina parken darf und das Gepäck nicht weit schleppen muß. Den Vorteil einer festen Unterkunft nutze ich auch hier zuallererst: duschen! In der Medina ist mal richtig was los. Ich fühle mich etwas an den Film „Blade Runner“ erinnert, in der Szene, in der Harrison Ford den Hersteller der künstlichen Schlangenhaut sucht. Fehlt nur noch das Rudel Strauße, das durch die Menge getrieben wird.

An einen der massenhaft vorhandenen kleinen Essensstände besorge ich mir eine warme Speise auf die Hand, dazu noch etwas Obst, und ich ziehe mich auf die Terrasse des Riad zurück und lasse es mir mal richtig gut gehen im Liegestuhl. Die Atmosphäre lässt mich völlig vergessen, daß ich eigentlich ziemlich erschöpft bin. Bei Bier und Zigarre verfliegt die Zeit.

Bis 3 in der Früh schreibe ich mein Reisetagebuch und wechsle ab und zu ein paar Worte mit einer aus Frankreich stammenden Mitbewohnerin, die ab und zu zum rauchen auf die Terrasse kommt. Ich weiß, es nicht gut, die Nacht zum Tag zu machen, wenn man am nächsten Tag wieder eine Etappe vor sich hat. Aber dieses Flair hat man nicht alle Tage. Thats life! Und in diesem Fall so beautiful.

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20250816

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