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Tag 11 (22/06) – Und jährlich grüßt das Murmeltier
Gestern Abend hatten wir uns vom Atlantik verabschiedet und auch von den Junikäfern. Heute morgen war unser Lager relativ schnell abgebaut und die Gepäckstücke aufgeschnallt. Dann wollten wir starten und kamen nur mit Starthilfe anderer Camper vom Platz, weil wir über zwei Tage Steppes Batterie aufgebraucht hatten. Das war wohl schon ein böses Omen. Der Sendungsstatus des Mitnehmers hatte sich seit Freitag Abend auch nicht mehr verändert. EILPOST. Wir starten, weil wir uns heute Richtung Pyrenäen begeben wollen, Cave Verna steht auf dem Plan. Wir kommen nur geschätzte 80 Kilometer weit, dann dubelt die *karre von Steppe und wir vermuten einen Kolbenring, der nicht mehr mitspielen will. Ein paar Kilometer…
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Tag 10 (21/06) – Das Wort zum Sonntag
Hallo Freunde der seichten Reiseliteratur, das Wort zum Sonntag gibt es heute von Anke. Wir hatten uns ja gestern schon entschieden, den Platz um einen Tag zu verlängern, was bei den sonnigen Aussichten uns beiden nicht schwer fiel. Nach einem gediegenen Frühstück mit Steppis legendären Sonntagseiern hab ich Wallis Lampe gewechselt, Volkers Leuchtmittel, welches ich in Eckernförde bekam, hatte schon den Geist aufgegeben. Naja, Lampe wechseln ist ja nun kein großer Akt, deshalb habe ich Steppe auch zurück in den Sonnenstuhl geschickt. Das kann Frau ja wohl allein. Auch das permanente Verdrehen des Lampenglases inklusive Reflektor hoffe ich in Griff bekommen zu haben. Steppe hatte den italienischen Duosan Rapid dabei,…
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Tag 9 (20/06) – Viel Sand II
Sommersonnenwende. Um diese am Strand zu huldigen begeben wir uns heute ca. 70km weiter südlich nach Cap de L’Homy. Unspektakuläre Straßen, gezogen wie in einer Linie, dazu plantagenmäßiger Anbau von Kiefernwälder, in Reih und Glied. Der Landschaftsplaner hatte wohl nur Mindestlohn. Dafür haben wir uns kurz vorm Ziel unser erstes Eis in Frankreich gegönnt. Auch wenn es abends noch ziemlich frisch wird, aber tagsüber herrscht erträumtes Urlaubswetter. Wir decken uns mit Salami, Wein und und anderen leckeren Sachen fürs Wochende ein. Im Moment gehen wir davon aus, daß das Ersatzteil nicht vor Montag in Lons ankommt. Es wird also ein sehr gediegener Sonntag am Meer werden. Haben wir uns heute…
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Tag 8 (19/06) – Viel Sand (auch im Getriebe)
Ein Tag, wie gemalt. Kein Regen, keine Kilometer schruppen, kein brennender Arsch. Die Sonne schielt durch die Baumwipfel, welche uns wohligen Schatten spenden und das Zelt vor zu schneller Aufhitzung schützen. Das Frühstück ist gediegen, und wir nehmen uns Zeit für einen zweiten Kaffee und lassen die Seele baumeln. Und wie ich so beim baumeln bin, kommt mir wieder dieses Klackern in den Sinn, welches sich aus der Kardangegend bemerkbar macht. Hatte erst kurz vor Reisebeginn die Kardanwelle gewechselt, weil die Verzahnung und die Lagerpassungen fertig waren. Kreuzgelenk und Lager im Kardan waren in Ordnung. Trotzdem hatte ich nun erhöhtes Spiel beim Bewegen der Kardanwelle. Also, gugge mor da ma…
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Tag 7 (18/06) – Bis kurz vor viel Sand
Abschied nehmen von La Barriere, diesem schönen Kleinod mit wunderbarem Blick über den La Dordogne. Weniger schön sind die Wetteraussichten. Der Himmel hängt voller Schäfchenwolken. Übergewichtig und grauschwarz. Erst wenige Kilometer vor Bordeaux bahnt sich die Sonne immer mehr ihren Weg. Von der Stadt selbst bekommen wir eher nur die Vorstadt mit. Ein Mix aus Halle-Neustadt und nicht mehr ganz so tollen Altbauten. Es folgt noch eine Stunde Fahrt auf schachbrettartigen Straßen bis zum heutigen Etappenziel, dem Campsite Aire Naturelle Les Bruyeres. Naturelle? FKK? Egal, außer uns ist keiner hier. Und zu zweit machen wir uns nicht nackig. Morgen freuen wir uns auf den Atlantik und die Dune de Pilat.
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Tag 6 (17/06) – Tour de Chateau de la irgendwas
Weiter gen Süden soll es heute gehen, Kilometer fressen, aber das Schöne am Wegesrand deswegen nicht unbeachtet lassen. Zunächst lasse ich mal meine Uhr im Sanitärbereich bei der Morgenwäsche liegen, welche mir von einem freundlichen französischen Biker zurück gebracht wird. Er ist allerdings per pedes unterwegs, stammt aus Saint-Étienne, und macht sowas wie wir, eine Art Tour de France nur mit Fahrrad. Im Ort decken wir uns in einer sehr anheimelnden Weinhandlung mit einer Flasche Wein ein. Das Auge wird nicht satt zu sehen bei all den schönen Weinflaschen hier. Im Schaufenster wird sogar ein Fotografierverbot ausgesprochen. Nach höflichem Fragen dürfen wir drin aber doch ein Foto machen. Geht ja…
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Tag 5 (16/06) – Champagnerbad
Schlimmer als der gestrige Abend hätte nur Dauerregen sein können. Keine Klamotten trocken, Zelt pitschmatennass, und alles muß so verstaut werden. Selbst der Versuch, mit dem Benzinkocher ein paar Stück Birkenholz zum Entflammen zu bekommen, ist kläglich gescheitert. Zumindest sind wir die erste Tageshälfte noch ein paar Kilometer trocken Richtung Champagne gekommen. Luxemburg hatte ich landschaftlich nie auf dem Schirm. Aber das muß ich grundlegend revidieren. Die Kleine Luxemburgische Schweiz bekommt von uns ein „sehr empfehlenswert“. Über kleinste Straßen geht es durch Belgien hinüber nach Frankreich. Wenn nicht die Autokennzeichen wechseln würden, bekäme man den Länderwechsel garnicht mit. Kein Schlagbaum, kein „Sie verlassen den wasweißich Sektor“, einfach nur schwupp, und…
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Tag 4 (15/06) – Pennen in der Steueroase
Meister Sandercycle schweißt Awocycle seinen Auspuff. Der Typ, der etwas an James Hetfield erinnert, hat nur ein verschmitztes Lächeln übrig für den Trompenblechnachbauauspuff (schönes Wort, gel?). Hand anlegen tut aber sein Kompagnon Volker, der auch nur den Kopf schüttelt, was von Harley-Auspuff nuschelt, aber während dessen jedes Lied von Rockland ausm Radio mitpfeift. Als eingefleischte Harleyfahrer will aber niemand von den wissen, was wir da eigentlich für Vehikel durch die Gegend jagen. Egal. Zumindest wird uns für die Fahrt gen Luxemburg noch die Route über Bingen und den Hundsrück empfohlen. Beiden können wir aber nichts so richtig abgewinnen. Wirklich schön wirds streckenmäßig erst nach dem Hundsrück bis zum Camp kurz…
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Tag 3 (14/06) – Werra Main Rhein
Der Regen blätschert mal mehr, mal weniger aufs Zeltdach. In der Ferne unstätiges Grollen. Von schweren Gewittern bleiben wir in der Nacht Gott sei Dank verschont. Nach dem Frühstück fällt aufgrund der Wetterlage über Thüringen die Entscheidung, Ralf und Rocco über die Autobahn bis Würzburg zu begleiten. Von da aus gehts durch „Hier-ist-der-Hund-verreckt“-Ortschaften durch den schönen Odenwald, am Main entlang mit seinen historischen Burgruinen gen Worms. Da in etwa löst sich – nachdem die Auspuffhalterung bereits vor der Tour zweimal geschweißt und verstärkt wurde – der Auspuff rund um die Halterung auf. Campingstop ist bei Biblis. Genau, mit Kraftwerk in Sichtweite. Aber da soll ja seit kurzem nichts mehr strahlen…
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Tag 2 (13/06) – Oldtimer besuchen Oldtimer
Camping Bergsee Ratscher – kann man, kann man noch besser weiter fahren. Klares bayrisches Übergewicht an komasaufenden Gästen. Aber ok, wir überleben auch die zweite Nacht. Rostbratwurst und Bier machens möglich. Auf indirektem Weg ging es nach Zella-Mehlis zu einem kleinen, aber feinem Oldtimertreffen der Ifa-Freunde. 9 Awo’s on the Road over the „pace steep road“. Nach nem Schnack mit Ronny von Oktan 79 und Abziehen der 2-Takt-Schwaden der Ausfahrtteilnehmer gehts ab zur Schmücke, die haben noch Kuchen und nen schönen Ausblick. Ich kürze hier mal ab: nach gut 100km Ausfahrt zurück zum Campingplatz, Bier auf, Grill an, alles gut.