29/08 Taxi Bongo und das Messer in der Tasche
Ein doppelter Wespenstich im Nacken und die senkrecht stehende Sonne von oben können einem dem Spaß anständig verderben. Nach all den kleinen und größeren Herausforderungen, um nicht von Problemen zu sprechen, ist nun der Zeitpunkt, das Unternehmen Portugal an dieser Stelle zu beenden. Das Auto in Reichweite geht es ein letztes mal durch die Berge über den Rio Zêzere zurück nach Mação. Dort angekommen nur schnell Carlos anrufen, und das Tor zum Platz öffnen lassen, wo mein Auto steht. Schnell? Carlos meint, der Boss muß erst die Versicherung anrufen. Schlagartig wird eine böse Ahnung zur Realität. Der Boss will statt kostenlos nun 100€ fürs Unterstellen haben. Dem Angestellten mache ich klar, daß wir hier gleich ganz großes Kino aufziehen, wenn ich nicht gleich mein Auto bekomme. Und doch weiß ich, daß ich am kürzeren Hebel sitze. Ich kontaktiere den ADAC, die sprechen auch auf portugiesisch mit dem Angestellten, der auch nur Mittelsmann für seinen Boss ist. Anschließend macht mir der ADAC klar, daß dies ein arg krummes Ding ist, was der Typ gerade abzieht, aber man da jetzt nichts machen kann. Ich solle mir eine Rechnung geben lassen, welche ich erstattet bekomme. Carlos tut mir Leid, der beteuert, von den Plänen seines Bosses selbst überrascht zu sein, war er doch mit dabei, als sein Boss sagte „Auto kann hier stehen, kostet nix“. In Mação stärke ich mich noch mal und komme mit der Kellnerin ins Gespräch. Mir wird bestätigt, daß Taxi Bongo ein krummer Hund ist und einen schlechten Ruf im Ort hat. Hätte ich vorher wissen müssen. Nun wurde ich filmreif von dem Typen abgezogen. Letzte Vorräte geholt (mehrere Flaschen portugiesischen Wein) und dann liegen wieder über 2700km vor mir. Gern hätte ich den Rückweg nun mit der AWO gemacht, die ja wieder läuft. Aber wer bringt dann mein Auto nach Hause?