Apenas ar quente em Portugal?

23-25/08 Dacia get the AWO

Die Vorstellung, wie die AWO samt Gepäck nach Deutschland transportiert werden soll nach dem Umfaller, lässt mir keine Ruhe. Nur eine Nacht drüber schlafen und meine Entscheidung steht. Ich fahre mit meinem Pickup und hole den kompletten Haufen selbst ab. Und weil ich schon mal die Möglichkeit habe, nehme ich auch eine komplette Zündanlage mit. Vielleicht gelingt mir eine schnelle Reparatur und der Fahrspass kehrt zurück. Dann dreh ich in Portugal wenigstens noch eine kleine Runde. 2577km liegen vor mir, ohne Mautstrecken. 3 Tage rechne ich, mit pennen auf der Ladefläche. Nach Kaffee und Mittag bei Raik geht es auf die Bahn. An Frankfurt vorbei, leider längst nicht innerhalb einer Stunde, wie mit dem Flugzeug in umgekehrte Richtung am Vortag nach Leipzig. Die Kilometer werden routinemäßig abgespult. Ich erinnere mich, wie ich vor über 30 Jahren mal kurzzeitig als Fernfahrer auf Achse war. Was ein bekloppter Job, aber rumgekommen ist man. Damals gab es allerdings keine USB-Sticks, nur Kassetten mit viel Platz und wenig drauf. Heute fülle ich meinen Stick ebenfalls mit lang nicht mehr gehörten Sachen, wie Duane Allman zusammen Eric Clapton, Govt Mule, ein paar Jazz-Konzertmitschnitte und etliche andere Geschichten. Die Mucke hilft runterzukommen. Viel Zeit dafür die nächsten 3 Tage.
Zweimal schlafen, und bereits nach 2 Tagen stehe ich Mittags wieder vor meiner AWO. Heilige Sch…, tut das gut. All dieser chaotische Zirkus, kann man niemanden erklären, aber für mich fühlt es sich in dem Moment richtig an. Sofort mache ich mich ans Werk. Zündmodul und Zündspule getauscht, aber kein Funken. Doch der Hallgeber, oder ein Kabelbruch? Zündmagnetgehäuse raus und genauer inspiziert. Das mußte eh raus, da es dahinter schon fleißig raus ölte und neu abgedichtet werden muß. Bei der Demontage hab ich dann die Öse vom Masselkabel in der Hand. Klugscheißen an der Stelle kann jeder selber von zu Hause aus. Bei einer Tüte Chips und nem kühlen Blonden. Ich stand aber genau unter der brennenden Sonne mit einem letzten Seufzer, wie Sean Penn in dem Film „U-Turn“. Hallgeber geflickt und alles wieder montiert, aber kein Funke. Also Geheimwaffe gezogen. Für das neue Zündmodul hab ich extra das Laptop zum programmieren mitgenommen. Ja, sowas hat jeder normale AWO-Fahrer mit in der portugisischen Pampa. Wenn man mit AWO-Service-Mobil unterwegs ist. Meine Steuerkurve der Zündung aufgedpielt, und läuft. Läuft! Doch bevor ich nun alles Gepäck wieder aufschnalle, noch eine „kleine“ Baustelle, die ich bereits Freitag registriert habe, die aber aufgrund meines Nervenkostüms keinen größeren Hirnstrom mehr auslöste. Zwei Speichen sind davon geflogen. Beide selbe Laufrichtung und hintereinander. Nicht gut, aber für die gekürzte Portugalrunde muß es reichen. Ich justiere das Hinterrad neu ziehe alle Speichen nach. Und weil ich kein kleiner Dummer bin, habe ich dem Chef und seinen Angestellten ein paar Budweiser überreicht und darf den Dacia in der Halle abstellen, wo vorher die AWO auf ihr weiteres Schicksal wartete. Einer der Angestellten, ich nenne ihn mal Carlos, weil er Carlos ist, kann relativ gut deutsch. Mit ihm als Mittelsmann zu seinem Chef manage ich die Sache mit dem Auto und einem Hotel in Mação. Gegenüber vom Hotel gibts am Abend den leckersten Fisch, den ich je gegessen habe. Der Abend klingt mit leckerem portugisischem Bier und Zigarre auf der Hotelterasse aus, die AWO wenige Meter vor mir. Das fühlt sich schon bedeutend besser an als die letzten 4 Tage.

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20260823

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20260825

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