Apenas ar quente em Portugal?

12/08 Black Hole Sun

Ein gediegenes Frühstück mit Aussicht in völliger Ruhe. So mußt das sein! Mit meiner Weitsicht am heutigen Tag war es nicht ganz so weit her. Erst ein Stück schnell, dann rechts ab in den Parc naturel régional des Monts d’Ardèche. Da hab ich mich ganz schön verheddert und verliere viel Zeit. Trödeln war heute nicht angesagt, denn Abends sollte die Welt untergehen. Jedenfalls, wie man das früher so dachte. Die Straßen, nicht breit genug, daß ein Motorrad und Auto aneinander vorbei passen würden, meanderten nicht, sondern kringelten sich förmlich um die Berge und durch die Täler. Und mit einmal war Schluß, Sackgasse. Aber eine ausgesprochen schöne. Bois d’Abeau, ich hätte Chateau gesagt, aber werde vom Inhaber korrigiert. Denn da ich nicht mehr weiter weiß, fahre ich auf den Hof und frage nach dem Weg. Mir wird freundlicherweise erfrischend kaltes Wasser angeboten und es entwickelt sich ein kurzes, aber interessantes Gespräch. Da es bei uns beiden am englischen hapert, schwenken wir um auf deutsch, da er vor Jahren in Deutschland studiert hat und noch Reste der Sprache vorhanden sind. Jedenfalls mehr als englische. Das wunderschöne Haus ist seit ca. 6 Jh. im Familienbesitz. Mir gefällt der romantische Bau, und Filme mit Jean Marais spuken mir auf einmal im Kopf rum. Außerdem ist die endemische und vom Aussterben bedrohte Salzmann-Kiefer in diesem Tal heimisch. Wir verabschieden uns herzlich, und ich bekomme noch den rechten Weg gewiesen. Dieser entpuppt sich als kleiner Mini-TET (Trans Euro Trail) und ist aufregend zu fahren. So bei Hitze und erhöhter Waldbrandgefahr. Stichwort Hitze: als ich endlich wieder zweispurige Straßen erreiche – genau an der Stelle gibt es mein zweites Eis auf der Tour – und ich mich nun schnurstracks Richtung Süden mache, drückt die Hitze Becken der Rhone aber mal so richtig. Das ist Marokkofeeling! Ich wende auch die Lehren vom letzten Jahr an und kippe anständig Wasser zur Jacke oben rein. Dennoch, mit jeder Stunde mehr fließen die Gedanken zäher. Mein bereits vor dem Start gewählter Campingplatz hätte nicht viel weiter weg sein dürfen. Nach Ankunft wird erst mal geruht und anschließend ein Tütengericht serviert. Es gibt Teis, Baby! Geografisch check ich sodann die Lage, von wo aus sich das astronomische Schauspiel beobachten lässt und werde keine 500m weiter fündig. Am Gipfel des Hügels tummeln sich ca. 10 Leute und ich geselle mich einfach dazu. Sogar eine In-die-Sonne-guck-Brille bekomme ich geschenkt. Das Schauspiel ist grandios, und ab und zu zeige ich meine Kamerabilder den Anwesenden, was ein magnifique hervorruft. Ihre Handybilder liefern ihnen nicht die Auflösung. Nach die Sonne Mond langsam hinterm Horizont verschwindet gehts duschen und ab auf die Matraze, heute ohne Zelt. So endet ein lauer Sommerabend in Südfrankreich.

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20260812

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