22/08 Fluchtflugzeug
Nur raus aus dem Loch. Das Taxi (Uber) steht pünktlich 5 Uhr vor der Tür. Allerdings will der ein Pincode haben. Also rufe ich den Herbergsvater an und erbitte den Code, welchen er mir schlaftrunken gibt. Und ich spüre durchs Telefon, wie er verbittert ist, weil er vergessen hat, mir abends zuvor bereits den Code zu übermitteln. 15 Minuten später sind wir am Flughafen Lissabon und mich hauts aus den Latschen. Nein, ich bekomme Angstzustände. Als (fast) völlig Unkundiger bezüglich Checkin und im Finden des richtigen Gates auf einem großen Flughafens bin ich leicht überfordert. Viel zu viel Menschen so früh am Morgen, zuviel Fremdsprachen, zu undurchsichtige Wegweiser. Ich will meinen Wildcampingplatz wieder! Ich, die Natur, und sonst nix. Es gelingt mir trotz allem in den richtigen Flieger zu steigen. Leider sitze ich am Fenster nur in der zweiten Reihe und mir fällt es schwer, einen Blick auf die letzten schneebedeckten Berge der Pyrenäen und Alpen zu erhaschen. Irgendwann zieht die neben mir Sitzende die Jallousie ganz runter und ich seh garnichts mehr. Verflucht Axt! Hinter mir eine Frau mit Kind, beide filmen und fotografieren mit Freude die vorbeiziehenden Wolken- und Bergformationen. Ich überlege, ob … ich reiche mein Handy durch die Sitze. Sie schmunzelt und begreift sofort, macht ein paar Fotos und gibt mir das Handy zurück. Im Landeanflug sehe ich erstmals die Skyline von Frankfurt von oben und denke wieder sofort: nicht meins! Nach 5 Stunden Wartezeit gehts in den Flieger nach Leipzig. Aber erst mal mit dem Busshuttle dahin kommen. Geht aber nicht direkt los und der Flieger rollt und rollt und rollt. Und ich denke der hat das Abheben vergessen und das geht nun bis Leipzig so. Hätte ich auch den Zug nehmen können, wobei der wahrscheinlich eh Verspätung hätte. Wegen vorsusfahrendem Flugzeug vielleicht. In Leipzig der Zug vom Flughafen hat dann natürlich 20 Minuten Verspätung und ich verpasse meinen Anschluß am Hauptbahnhof. Ich nehme es inzwischen emotionslos hin.
Zu Hause kommt der Rest einer pyrenäischen Salami auf den Teller, dazu ein Laphroaig Lore auf den Tisch und Tom Waits durch den Röhrenverstärker gebeamt. Es läuft nicht harmonisch, aber das hat grad Harmonie.