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Tag 21 (02/07) – Von Onkel Dolf zum Fusselvieh
Auch die zweite Nacht auf der Klappcouch war mehr als angenehm, fast gewöhnt man sich dran. Wir haben uns dazu entschieden heute nach Jena durchzufahren. Etwas über 400 Kilometer, aber wenn Wetter und die *karre mitmacht, dürfte es ja kein Thema sein. Viel gibts zu dem Tag EIGENTLICH nicht zu sagen. Kurzer Tankstopp in Würzburg, es ist schon 14.30 Uhr. Oh je. Hmmmmm, Marcel hat die Idee, bei Fussel in Gräfenroda Stopp zu machen auf ein Käffchen. Die Anfrage an Fussel lautet: „Wir sind in zwei Stunden in Gräfenroda. Gibts da Kaffe? Und wenn´s Bier gibt, schlagen wir für eine Nacht unser Zelt bei euch im Garten auf.“ Wir steuern…
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Tag 20 (01/07) – Weinstraße – oder die Hauptstadt der Schlappenflicker
Als der nächste Tag erwacht und wir mit ihm, bin ich kurz verwirrt, wo wir sind, welcher Tag heute ist und wieso liegt mein Steppe auf der falschen Seite? Dann fällt mir wieder alles ein und auch alles, was ich durcheinander getrunken hatte. Hossa, ich brauche Wasser. Ingolf hat sich den Tag heute extra für uns frei genommen. Na hoffentlich bereut er das nicht, denn ich war schonmal in der Gegend und weiß, dass man gar nicht weit von hier hervorragend Schuhe kaufen kann. Also überrede ich Ingolf und Steppe mir meiner Route auf „kurviger“ zu folgen, ich will ganz sicher nur in ein oder zwei Schuhhäuser, meine Wanderstiefel sind…
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Tag 19 (30/06) – Adieu France
Steppe und ich sind trotz der kurzen Nacht ziemlich zeitig wach und pellen uns aus den Penntüten. So ein einsamer Platz am See im Morgen ist etwas traumhaftes. Also verlieren wir auch gar nicht viel Zeit, ich hüpfe nochmal in den Teich, den ich gedanklich von „Schwansee“ in „Froschtümpel“ umgetauft habe. Dann gibts Eierkuchen zum Frühstück und noch vor acht Uhr sitzen wir im Sattel und los geht die Hatz. Ich hatte mir vor Tagen schon Strasbourg gewünscht, weil ich da vor 20 Jahren mal war und mich an das Viertel „Klein Frankreich“ erinnerte. Jedenfalls sind das mehr als 300 Kilometer und das Tagesziel ist damit noch nicht erreicht. Alle…
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Tag 18 (29/06) – Canale Grande in Burgund
Bonjour! Das war mit Abstand die beste Penne des Urlaubs. (Irgendwie habe ich gerade die Guten-Morgen-Melodie vom Bergsee Ratscher im Ohr (Aufsteh’n ist schön von Johanna von Koczian). Aber hier und heute nur ein paar Naturgeräusche. Leiser Wind und Vogelgezwitscher. HERRLICH!!!! Und die nächste Straße ist auch ein Stück entfernt. So prima wie heute Nacht haben wir beide lange nicht geschlafen. Marcel ist vor mir draußen und ich höre, wie er ziemlich entrüstet und laut „Das glaub ich jetzt nicht!“ von sich gibt. Neugierig bin ich auch gleich neben ihm und starre in dieselbe Richtung. Da begehrt ein Eselkarren Durchlass. Na da müssen wir mal kurz zusammen rutschen, wir haben…
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Tag 17 (28/06) – Wildcampen
Ohne Hast steht morgens erstmal Käffchen und Frühstück auf dem Plan. Marcel hatte gestern schon über den Campingplatz Croissants bestellt, die wir nur noch abholen müssen. Schöner kann ein Sonntag nicht beginnen. Ich versuche, mich nur noch auf „schön“ zu konzentrieren, damit mich die Tatsache, dass wir uns auf dem Heimweg befinden, nicht vollends runter zieht. Eigentlich will ich nicht nach Hause. Nach Hause. Wo ist das überhaupt? Ich bin doch jetzt in diesem Zelt zu Hause, oder nicht? Zurück zum Frühstück. Wir erkoren ein Bungalow-Vordach-Terrassen-Ding (möbliert) zu unserem Salon und tafeln auf. Baguette, Croissants, Marmelade, Honig, Salami, Käse, Kaffee – uns geht’s ganz schön gut. Danach alles zusammen packen,…
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Tag 16 (27/06) – Severac le Chateau
Der Tag beginnt im Schickimicki-Campingplatz und ich schicke Steppe weg, also vor… Wir treffen uns am Abend wieder, aber tagüber wollen wir jeder unsere eigene Strecken machen. Die französischen Kinder, die übrigens genauso laut sind, wie deutsche Kinder, lärmen ausgelassen durch den angrenzenden Wald in Tonlagen, die durch alle Nervenbahnen bis ins Mark reizen. Bloß weg hier. Aber vorher nach dem Öl schauen. Es sind knappe 50ml nötig, um wieder an der Unterkante Oberkante zu sein. Andorra hatte doch ein paar Steigungen. Heute wird der Tag etwas ruhiger angegangen. Zuerst bin ich halb planlos, als ich den Campingplatz verlasse, auf dem jetzt sogar noch eine Hüpfburg aufgestellt wird. Bloß schnell…
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Tag 15 (26/06) – Andorra – Land ohne Wiederkehr
Spanische Tautropfen rinnen von der Zeltwand, als wir erwachen. Die Nässe vom gestrigen Regen weicht nur langsam, da die Sonne sich erst über die Pyrenäen schieben muß, und dicke Morgenwolken ihre Arbeit erschweren. Hier, in einem Tal eingerahmt zwischen Zweitausender auf der spanischen Seite der Grenzregion, hätten wir uns kaum 15 Stunden zuvor nicht wiederzufinden geglaubt. Wir danken im Stillen noch mal der Überredungskunst des franzsösischen Bikers vom Vorabend, der bei uns aber auch leichtes Spiel hatte und wir Spanien kurzerhand in unsere kleine Rundreise mit aufnahmen.Am Ziel Andorra hat sich indes nichts geändert. Das Navi sagt uns heute Morgen ein paar Kilometer weniger als gestern Abend an. Aber ok,…
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Tag 14 (25/06) – ¡Viva España
Ohne La Verne gesehen zu haben, aber mit einem leicht flauem Gefühl in der Magengegend wegen des Motors verlassen wir Aramits. Im Navi steht als Ziel Andorra. Machbar, wenn das Wetter mitspielt und der Motor hält. Letzterer gibt sich nach den ersten 30km nicht gerade als Leistungswunder, aber er läuft. Also werden wir etwas risikofreudiger und verschieben unsere Route etwas mehr in die Pyrenäen hinein. Wir wollen mehr von den schneebedeckten Gipfeln sehen, die wir gestern schon vereinzelt erspäht haben. Trotzdem wird es anfangs eher wie zu Hause in Thüringen. In dem Nest, in dem wir Tankstop machen, ist ein paar Meter weiter ein Pub und wir genehmigen uns ein…
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Tag 13 (24/06) – Wiedergeburt
Früh aufgestanden, also kurz vor 7. Kurzes Frühstück, und schnell rüber nach Lons, den Mitnehmer abholen. Weiter nach Lacq zur Mopete und die Bastelei beginnt. Ich bekomme in der Werkstatt einen Platz zugewiesen und kann mir auch etwas Werkzeug leihen. Hammer, ganz wichtig. Der Mitnehmer ist schnell gewechselt. Am Motor sind Kolben und Zylinder auch schnell demontiert. Ölwanne wird auch entfernt, könnte ja was an Metall drin liegen, was noch nicht am Magneten der Ablassschraube klebt. Das abgelassene Öl spricht auch ein bißchen Bände von Metallabrieb. Gegen Mittag ist alles vorbereitet und ich beisse in die Knifften. Nun heißt es warten. Ab 13.45 Uhr, dem Ende d3s Anlieferungszeitfensters, beginne ich…
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Tag 12 (23/06) – U-Turn – Kein Weg zurück
Kennt jemand den Film „U-Turn – Kein Weg zurück“? Der Hauptprotagonist Sean Penn stolpert da von einer Panne zur nächsten, und kommt … Verrat ich nicht das Ende. Jedenfalls kann ich den Film nur jedem wärmstens empfehlen.Naja, so ein bißchen komme ich mir vor – Anke ist nicht ganz so betroffen – wie in diesem Film. Das anfängliche Shitwetter lasse ich mal außen vor, die richtigen Klamotten haben wir ja dafür mit.Also, wäre da als erstes der Auspuff, geschweißt in Biblis. Ein Check des erhöhten Spiels der Kardanwelle ergab, daß mich ein ausgelutschter Mitnehmer vielleicht noch in die Pyrenäen rein, aber wohl nicht mehr raus bringen würde. Beim Mopedprinz eine…